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Deutschsprachige Presse in Lateinamerika

Die Deutsche Botschaft in Uruguay berichtet über eine Studie der IMH:

Nach Untersuchungen der Internationalen Medienhilfe (IMH), des Verbandes der deutschsprachigen Medien im Ausland, werden in Süd- und Mittelamerika etwa 150 Zeitungen, Zeitschriften, Mitteilungsblätter, Gemeindebriefe und Jahrbücher ganz oder teilweise auf Deutsch herausgegeben. Die bedeutendsten Publikationen sind die beiden Wochenzeitungen „Argentinisches Tageblatt“ aus Buenos Aires und „Condor“ aus Santiago de Chile. Das „Tageblatt“ wurde 1878 von Schweizern gegründet und erschien, wie der Name andeutet, lange Zeit täglich. Der 1938 für die Deutschsprachigen in Chile entstandene „Condor“ fällt seit Jahrzehnten durch sein modernes Erscheinungsbild auf. Weitere größere Druckmedien sind die monatliche „Deutsche Zeitung“ in Sao Paulo, das Magazin „Mitt.“ aus Mexiko-Stadt, die „Deutsch-Mexikanische Rundschau“ in Cuauhtemoc, der „Menno-Bote“ aus Bolivien, die Touristen-Zeitschrift „La Playa“ in der Dominikanischen Republik, die deutsche Ausgabe der kommunistischen kubanischen Propagandazeitung „Granma Internacional“ sowie der „ParaguayBote“ und „Die Zeitung“ in Asuncion.

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Auch wenn in Brasilien die meisten Publikationen existieren, hat Paraguay die vitalste deutschsprachige Presseszene. Bemerkenswert ist, wie oft in dem zentral gelegenen südamerikanischen Land immer wieder Neues entsteht – insbesondere durch die dort zahlreich vertretenen einflussreichen Mennoniten. Die ursprünglich aus Norddeutschland stammende protestantische Glaubensgemeinschaft pflegt die deutsche Sprache unter anderem als Teil ihrer Religion. In ländlichen Gebieten Paraguays publizieren die Mennoniten in eigenen Siedlungen mehrere größere Zeitschriften wie die monatlichen Titel „Friesland-Informationsblatt“, „INFO Neuland“, „Menno informiert“, „Volendam Informationen“ oder das schon 1930 gegründete und alle 14 Tage in der Kolonie Fernheim erscheinende „Mennoblatt“. Die Mennoniten sind so publikationsfreudig, dass sie sogar in abgelegensten Regionen von Belize und Uruguay Mitteilungsblätter veröffentlichen.

IMH-Leiter Björn Akstinat: „Bei den umfangreichen Untersuchungen der IMH konnten in 19 Ländern deutschsprachige Medien aufgespürt werden. Lediglich in Haiti, Nicaragua, Panama, Guyana und Französisch-Guyana wurde nichts gefunden. Insgesamt bleibt die Zahl der Druckmedien momentan noch relativ stabil.“ Bislang sind nur einzelne tragische „Todesfälle“ zu verzeichnen. Dazu gehörte die plötzliche Einstellung der „Brasil-Post“ in Sao Paulo im Jahr 2012. Nun besteht die Presselandschaft der Deutschbrasilianer noch aus der fast 120-jährigen „Deutschen Zeitung“, dem donauschwäbischen Kulturmagazin „Entre Rios“ in Guarapuava, der mennonitischen Familienzeitschrift „Bibel und Pflug“ in Curitiba, dem seit 1912 erscheinenden katholischen „Sankt Paulusblatt“ in Nova Petrópolis sowie wissenschaftlichen Jahrbüchern und zahlreichen Mitteilungsblättern deutscher Schulen wie auch Kirchengemeinden.

Wer an einzelnen Adressen von Publikationen und mehr Informationen interessiert ist, kann diese kostenlos bei der Internationalen Medienhilfe (IMH) unter info@medienhilfe.org erfragen.

Der Text kann auch hier auf der Internetseite der Deutschen Botschaft Uruguay nachgelesen werden:
http://www.montevideo.diplo.de/Vertretung/montevideo/de/07-bilaterales/rueckblick/2015/deutschepresselatam.html